Abendsonne

Gedanken in der Abendsonne

So ein Garten ist der beste Lehrer in Sachen Achtsamkeit. Jeden Tag gehe ich jetzt durch meinen Garten und entdecke hier ein kleines Blümchen mehr, eine neue Knospe dort oder zarte Frühlingsblumenblätter, die sich durch den Erdboden an den freien Himmel kämpfen, um bald mit ihren schönen Blütenköpfen das Licht der Sonne zu begrüßen.

Eine herzallerliebste Meise sitzt gerade zwitschernd neben mir auf dem Fliederbusch, dessen Knospen noch ganz klein sind, aber jeden Tag unmerklich ein Stückchen größer werden; in ein paar Tagen bestimmt die ersten kleinen grünen Blättchen entfalten und sich in ein paar Wochen in einen fliederfarbenen Traum verwandelt haben werden.

Der Frühling ist eine großartige Zeit im Garten, weil soviel Leben wieder auf’s Neue erwacht – ein sichtbarer Neubeginn, den man selbst auch jedes Jahr wieder bei sich selbst verspürt; man möchte neue Dinge beginnen, zu neuer Wahrnehmung und tieferem Sinn finden und noch mehr Liebe in sein eigenes Leben und das der anderen Mitmenschen und -geschöpfe bringen. Mit diesen schönen, leisen Gedanken auf einer Bank in der Abendsonne beende ich meinen heutigen Tag.

2 Kommentare zu “Abendsonne

  1. Die Achtsamkeit kommt von innen, sie ist überall möglich: ob in der vollen U-Bahn zwischen fremden Menschen, am Klavier, beim Lesen, beim Bügeln oder bei einem Teller Spaghetti – aber ja, ganz besonders natürlich im Garten inmitten der Natur, wovon wir Teil sind. Die Achtsamkeit, die Du so schön beschreibst, hat ihren Ursprung im Innern des Menschen. Hat sie Einlass ins alltägliche Leben gefunden, verwandelt sie alles.

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