Nicht alle Stürme kommen, um Dein Leben zu erschüttern

Manche kommen, um dir den Weg freizumachen.

Dies ist ein Zitat, das ich so oder so ähnlich schon des Öfteren ohne Quellenangabe bei Facebook gelesen habe und welches mich in seiner Aussage nun seit Wochen nachhaltig beschäftigt. Und wie Ihr vielleicht auch schon gemerkt habt, die langjährigen Leserinnen wissen dies, besteht mein Schwesternwerk-Blog unter anderem aus der Verarbeitung meiner Gedanken und Gefühle.
Jede von uns sah doch schon mal die dunklen Wolken aufziehen oder stand sogar mitten im Zentrum des Sturms. Immer verbunden mit unvorhersehbaren Auswirkungen auf die weitere Zukunft, sei es beruflich oder privat. Wir haben eine angeborene – und Frauen insbesonders eine „anerzogene“ – Angst vor Konfrontation, auch wenn diese zwangsläufig in einigen Lebensabschnitten ihren Einzug halten muss, um uns weiter voranzubringen.

Und so stellt sich uns irgendwann – wenn wir uns trauen dem Sturm ins Auge zu sehen – die eine alles umfassende Frage: Bin ich noch selbst- oder schon lange fremdbestimmt?

In einem früheren Artikel schrieb ich den Leitsatz meiner viel zu früh an Krebs verstorbenen Tante: „Wer nicht handelt, wird behandelt.“ Wie recht sie damit hatte, stellte ich seither so oft in meinem Leben fest.
Als mein geliebter Brady starb, wusste ich, dass dies einige Stürme in meinem persönlichen Leben und meiner sensiblen Seele entfesseln würde –und genauso kam es jetzt auch. Mein Baby ist nicht mehr da. Seit nunmehr über zwei Monaten.
Er hielt so einiges zusammen, das eigentlich bei mir schon lange auf den Prüfstand gehörte. Er war wie ein Kind, das ich beschützen wollte, ein stabiles Zuhause geben, dauerhafte, nicht enden wollende Liebe und Harmonie schenken. Dies zu geben, war mir zeitlebens ein Bedürfnis, das ich nie einem Kind schenken konnte und ein Mann in dieser Weise meistens nicht braucht oder so gar nicht schätzt. Wer einen Hund liebt, weiß, welch beschützenswerte Seele da an unserer Seite wandelt und welches Bedürfnis nach Liebe und Geborgenheit in diesem wundervollen kleinen Wesen steckt. Die Hingabe für diesen Schatz geht dann oft weit über die Fürsorge um die eigenen Bedürfnisse hinaus.
Wie eine Mutter für ihr Kind nahm ich mich zurück mit so einigen persönlichen Lebenswünschen, deren Erfüllung mit teils mehr oder weniger Veränderung verbunden gewesen wäre und somit eine Gefährdung des bestehenden Glücks und der Harmonie für die Liebsten an meiner Seite mit sich gebracht hätte.

Manchmal handeln wir aus verschiedenen „guten“ Gründen eine Zeit lang nicht. Irgendwann jedoch stellen wir fest, dass handeln wieder Not tut, um nicht „behandelt“ oder noch schlimmer „abgehandelt“ zu werden.

 

Die wichtigste Vertraute für mich und immer da, wenn ich sie brauche, Seelenverwandte & „An-meiner-Seite-Kämpferin“ gegen alle Stürme des Lebens ist mein Schwesterherz (www.mandalavision.de)

Heute stehe ich auf Augenhöhe mit der Frage:
Welche Wege möchte ich noch gehen, beruflich wie privat? Welche Träume möchte ich mir erfüllen, solange ich noch die Möglichkeit dazu habe?

Manchmal habe ich das Gefühl, ich habe das Träumen verlernt. Weiß ich eigentlich noch, was ICH mir selbst wirklich wünsche? Habe ich im Laufe der Zeit die Wünsche meiner Umgebung angenommen? Oder lasse ich meine eigenen Wünsche gar nicht mehr zu, aus Angst, andere damit zu belasten oder zu enttäuschen? Wenn ich z.B. gefragt werde, was mein Traumurlaub ist, rücke ich nur zu gerne mit einer Antwort heraus, bei der ich weiß, dass es der Wunsch meines Partners wäre. Zeitlebens zähle ich dann heiße Südländer oder asiatische Inseln auf, obwohl ich lieber mit einer Schiffsreise norwegische Fjorde und die Hurtigruten bereisen möchte – anstatt in Hotels an heißen Stränden, lieber in komplett verglasten Iglohotels mit Blick auf die Sterne und Polarlichter übernachten und mit einem Rentier-Schlitten über verschneite Landschaften fahren möchte …
Vielleicht ist es für mich mit 47 Jahren und den Erkenntnissen aus einer leidvollen, überstandenen Krebserkrankung heraus langsam (oder auch schneller) an der Zeit, zu den eigenen Wünschen zu stehen, bevor es zu spät dafür ist!
Genau deshalb öffne ich derzeit mein Herz für mich selbst, höre genau hin, was es mir zu sagen hat, und ziehe daraus die Schlüsse für mein kommendes Leben. Und vergesst nicht: Schluss-Striche zieht man nicht mit Bleistift, sondern mit Edding (madame.de).
Als ich krank war, schrieb ich Euch aus voller Überzeugung: Werdet nicht erst krank, um die Chance wahrzunehmen, neue Wege einzuschlagen, wenn sie Euch glücklicher machen als der bereits eingetretene, vermeintlich sichere Pfad.

Sicher ist nur, dass Ihr jetzt lebt und nur jetzt die Chance habt, ein erfülltes Leben zu führen.
Nutzt sie!



5 Kommentare zu “Nicht alle Stürme kommen, um Dein Leben zu erschüttern

  1. Tonja Steiner

    Liebe Claudia,
    Wir ( mein Mann und ich) stehen gerade vor so einer Weggabelung und fragen uns immer wieder… gehen wir den altbekannten „sicheren“ Weg weiter oder werfen wir unnützen Balast ab und probieren einfach nochmal was Neues (so lange es den Eltern gesundheitlich gut geht und man sich noch traut) … einfach mal ein Jahr weg… Wohnwagen ans Auto und los… ganz in Ruhe und ohne Stress.
    So hatten wir uns das immer vorgestellt, wenn wir dann Rente bekommen… aber ganz ehrlich… wer weiß was bis dahin ist!?
    Wir werden uns trauen und zum Jahresende den Laden abschließen… und dann geht es im März/April los…. Achtung: in Richtung Dänemark, Norwegen und Schweden …. ganz in Ruhe. …. und sollte uns nach 3 Monaten langweilig werden ( we weiß schon wie man reagiert, wenn man mal nix muss) dann kommen wir zurück und gucken mal, was uns das Arbeitsleben noch so bereit hält …. Wir sind für alles offen!

    Alles Liebe
    Tonja Steiner

    • Liebe Tonja,
      na das ist doch mal toll zu hören! Ich finde das einfach nur großartig von Euch!
      Auf die Rente schiebe ich heutzutage definitiv gar nichts mehr!
      Heute leben ist bei mir angesagt, in jedem einzelnen Augenblick!
      3 Monate durch den Norden fahren und einfach nur in den Tag leben und sehen was er einem bringt … ein wahnsinnig tolles Vorhaben. Da bin ich doch glatt ein wenig neidisch … ;-) und freue mich, dass es Menschen wie Euch gibt, die ihre Träume leben. Ein wundervolles Vorbild für uns alle!
      Alles Liebe, Deine Claudia

  2. Liebes Schwesterherz

    Dein Bericht hat auch bei mir etwas ausgelöst. Ich bin heute meinem Herzen gefolgt und es war das Beste, was ich seit langem getan habe…

    Bussi, Kristina

    • Mein liebes Schwesterherz,
      Du weisst, ich wünsche Dir aus meinem allertiefsten Herzen nur das Beste …
      und nachdem ich Deinen größten Herzenswunsch kenne, weiß ich natürlich sehr genau, was ich damit ausgelöst habe.
      Mach mich nur nicht dafür verantwortlich … entscheiden, welchen Weg wir gehen, müssen wir bekanntlich ganz alleine.
      Da kann einem niemand helfen oder dazwischenreden! Das werde ich mir niemals anmaßen, weil ich meine Entscheidungen ebenfalls komplett alleine und ausschließlich mit meinem Herzen treffe!!!
      Hab Dich lieb, bis zum Mond und zurück und noch viel weiter …

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