Der Sommer-Flow

… hat mich gepackt.

Ich habe was Tolles entdeckt – und ich hoffe, Ihr kennt es noch nicht; das neue „Flow-Ferienbuch“. Dass ich diese Kreativ-Zeitschrift sehr mag, wisst Ihr bereits – im Zeitschriftenladen freute ich mich wie ein kleines Kind, als ich es in den Händen hielt und zum ersten Mal durchblätterte. Da kam sofort die Erinnerung an lange Sommerferien – was hätte ich damals für dieses Heft gegeben …

Wir – meine Schwester und ich – waren die halben Sommerferien bei meiner Oma und es war eine wirklich langweilige Zeit. Ich war so ein Kind, das sich immer schon auf das nächste Schuljahr freute, weil dann endlich wieder was los war. Wir wurden natürlich toll bekocht, aber sonst war unser großes Highlight – jeden Tag für 3 lange Wochen – der mittägliche Spaziergang in den nahegelegenen Friedhof zum Gräber gießen.

„Highlight“ deshalb, weil wir es trotz Oma‘s Widerwillen & Verbot nicht lassen wollten, in den großen Abfallgräben – die alle paar Meter lagen – nach Blumen zu angeln, die noch wunderschön und gar nicht welk aussahen. Ich konnte einfach nicht vorbei gehen, ohne diese zu „retten“ und so schnell wie möglich nach Hause ins nötige Wasser zu bringen. Dort hatten wir einen kleinen Garten, in dem wir die Blumen versorgten und wieder zu wunderbaren Mini-Blumensträußchen zusammenstellten, die wir dann an die älteren Frauen ringsum gegen ein paar Pfennige verkauften.

Seltsamerweise machten sich diese keine Gedanken, woher die tollen Blumen stammten; bei meiner Oma blühte so viel nicht – denn der Garten bestand eigentlich mehr aus einer kleinen Rasenfläche. Sie war überzeugt, dass diese es als „schlechtes Omen“ betrachtet und sie niemals mit Heim genommen hätten, hätten sie gewusst, woher die Sträuße ursprünglich kamen.

Ich war glücklich, dass die Blümchen noch ein bisschen leben durften und wir holten für das Geld Brauseplättchen beim Bäcker. Zu einem Pfennig pro Stück – das waren noch Zeiten! Umso schöner, dass man mit über 40 noch mal Kind sein, sich über so ein Heftchen freuen und die kleinen Blumensträußchen heute aus dem eigenen Garten binden darf.

Verbringt man die sommerlichen Stunden mit einem Menschen, der einem am Herzen liegt – mit dem man unbeschwert reden, lachen und auch schweigend genießen kann – ist es das, was man „LEBEN“ nennt.

2 Kommentare zu “Der Sommer-Flow

  1. Kristina

    Da meldet sich doch direkt die Schwester zu Wort: Ja, es war teilweise wirklich langweilig, aber ich könnte nicht behaupten, dass ich mich aufs neue Schuljahr gefreut hätte – eher erinnere ich mich, dass ich in einem der späteren Schuljahre am ersten Tag nach den Sommerferien auf dem Weg zum Bus in ein Blumenbeet gekotzt habe und dann wieder umkehren konnte, um noch einen Tag zuhause zu verbringen ;-)

    Ich gebe Dir aber vollkommen recht, dass das „flow-Ferienbuch“ für uns damals ein großer Schatz gewesen wäre! Am liebsten habe ich sowieso zuhause oder im Garten (damals von Oma, heute in Deinem) gelesen, gemalt, geträumt… und so ist es bis heute :-)

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