Wieso sollte ich tun, was andere von mir erwarten?

… vorallem, wenn es nicht meinen Überzeugungen entspricht?!

Manchmal bekomme ich zu hören, mein Garten sei ganz schön verwildert. Solche Äusserungen entlocken mir einfach nur ein Lächeln, denn „schön“ verwildert, trifft‘s für mich genau!

So ist nunmal das Leben: Was einer als schön empfindet, ist für den anderen schon mal der pure Graus. Jeder darf heute seine Meinung haben; muss aber eben nicht heißen, dass jeder diese lernen muss zu teilen. Und eben dieses gilt natürlich auch für mich selbst; ich werde niemandem meine Art aufdrängen, wer‘s so nicht will, soll wegsehen und sein‘s anders machen.

Leben und leben lassen war schon immer meine Devise

Ich liebe meinen Garten genau so wie er ist. Alles dort hat seinen Platz zum Leben, nichts wird ständig platt gemacht oder auf Parkniveau gezirkelt. Wir bevorzugen, anstatt des gepflegten Rasens, eine blühende Wiese. Jeder sollte in eigenem Interesse den Bienen einen Lebensraum erschaffen, der Ihnen genug an Nahrung bieten kann. Albert Einstein – dessen Thesen bekanntlich immer stimmten – warnte uns mit den Worten: „Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“ Hier könnt Ihr eine gute Reportage dazu lesen.

Und was macht jetzt unsere arme Biene, frage ich Euch, in einem streichholzkurz-geschnittenen Golfplatz-Rasen? Hinzu kommt noch erschwerend, dass viele der neu-gezüchteten Blumen-Sorten bekanntlich keinen Insekten-verwertbaren Blütenstand mehr besitzen.

wilder-garten

Ich will liebevoll unterstützen, nicht zurechtstutzen

In meiner Wiese blüht der Klee, daneben wuchert die gute alte hellblau-blühende deutsche Pfefferminze und Ihr solltet sehen, wie sich die Bienen bei uns dort tummeln und emsig Blütenstaub einsammeln. Ein wunderbares, sommerliches Summen liegt dann in der Luft und ich bin glücklich in unserer Stadt meinen kleinen Beitrag zur Erhaltung des Lebens dieser wichtigen Geschöpfe beitragen zu können. In einem unserer Nebengärten hat übrigens ein Imker einige Bienenvölker; ich bin mir ganz sicher, dass seine Bienen sehr oft bei uns vorbeischauen und unseren „verwilderten“ Garten besonders lieben – und das ist für mich das einzig zählende Argument!

Ausserdem weiß ein jeder einigermaßen Reflektierte, dass durch den Menschen „vergewaltigte“ Natur nach kürzester Zeit sowieso wieder in ihren Urzustand zurückgeht – die Natur holt sich glücklicherweise immer wieder, was ihr gehört! Warum also dagegen arbeiten anstatt zu unterstützen was dort hingehört? Wenn die Natur in unseren Breitengraden einen Bauerngarten vorgesehen hat, warum z.B. dem Ideal eines japanischen Zen-Gartens nachhängen? In meinem Garten wachsen nunmal Brombeeren besser als Physalis …

Und so kann ich Euch nur ermutigen, immer das zu tun, was Euer Herz Euch sagt – in jedem Aspekt Eures Lebens. Diese Gartengeschichte ist einfach nur eine Parabel dafür, seiner Natur zu folgen, sich nicht durch Fremdeinwirkung verbiegen zu lassen – und sei sie noch so gut gemeint – weil dies für keines Lebewesen‘s Glück förderlich ist. Hört kurz hin, was die anderen Euch mitteilen; überlegt, ob es zutrifft oder vielleicht hilft (vorallem bei Freunden & Familie) und geht dann Euren eigenen Weg weiter! Den Weg nicht zu gehen, den andere Euch vorgeben oder sehen wollen, macht Euch vielleicht nicht populär, nicht reich aber dafür unheimlich glücklich!

Am Ende unser aller Zeit interessiert uns nicht mehr, wie viele gesellschaftlich vermeintliche Verpflichtungen wir erfüllt haben oder was andere, die uns oft nicht einmal richtig lieben, von uns denken.

Am Ende zählen nur die Momente, in denen wir glücklich waren.
Am Ende zählen nur die Menschen, die uns lieben, wie wir sind!

Herzchen Claudia

wilder-garten-2

  1. Johanna Riederer

    Liebe Claudia,

    ich freue mich über deinen Beitrag, er kommt zur richtigen Zeit – gleich geht es mir besser!

    LG Hanni

  2. Jaaa! Am Ende zählt nicht, ob wir beliebt bei SchickiMicki waren, wie geschniegelt unsere Welt gewesen ist, sondern wie glücklich wir in unserer Welt waren und unsere Welt hinterlassen haben. Das könnte genau so auch ich geschrieben haben, vielleicht nicht so gut wie du, aber sinngemäß hätte ich es ebenso gesagt.

    Natürlich, der Garten ist nur eine Parabel dafür, aber genau so zieht es sich durch das ganze Leben. Im Garten ist man hier auf dem Lande nicht so angesehen, wenn man ihn nicht striegelt, mit viel Deko zustellt etc. Meine Deko sind überwiegend die Pflanzen, die Frösche (hier ist ganz von selbst noch einer zugezogen, vor ca. 10 Tagen), wir haben Gemüse und Obst. Auch dies nicht zwanghaft, sondern einfach das, was der Garten uns geben mag.

    Wir sind gewöhnt, seit vielen Jahren, dass wir nie gegen unsere Überzeugung handeln. Das ist gerade hier im ländlichen Bereich nicht sehr einfach. Man fügt sich nicht ein wie gewünscht. Das ist mir egal. Hier geht es überwiegend darum – wer hat das größte Haus, das größte Auto, das meiste Geld. Ich fahre einen Twingo, und das ziemlich bewusst. Mehr brauche ich nämlich nicht.

    Lassen wir uns keinesfalls verbiegen. Wir haben das auch nicht vor!

    Liebe Grüße und was ein Glück, dass auch noch andere so denken, Edith

  3. Liebe Claudia,

    ich liebe diesen Artikel… und finde mich so so sehr wieder, in dem, was Du schreibst… Genieße DEIN Leben in Deinem wunderbar wilden Garten – irgendwann komm ich Dich da mal besuchen!!

    Allerliebste Grüße
    Anja

  4. Liebe Claudia, was hast du für gute und schöne Worte gefunden.
    Ich kann dir nur voll und ganz zustimmen!!!

    Liebe Grüße an den lieben Brady
    …und die Bienen – sozusagen von Garten zu Garten. :-)
    Herzliche Grüße, Katja

    • Liebe Katja,
      danke, sooo lieb von Dir und was für ein Kompliment – von der Frau, mit dem für mich persönlich schönsten Garten!
      Ebenfalls liebste Grüße an all Deine lieben Zwei- und Vierbeiner!
      ❤️ Claudia

  5. Ach Claudia, wie recht du hast. Immer sage ich mir, wenn ich gut zu meinem Garten bin, dann ist er auch gut zu mir. Er gibt mir so viel Lebensfreude, wenn die Blumen um die Wette blühen und wenn ich den ganzen Sommer über frisch geerntetes Obst und Gemüse essen kann.

    Aber so viele, die vorbei kommen, schütteln den Kopf und können es nicht verstehen, dass meine Mischkultur durchaus mit Sinn und Verstand angelegt wurde und nicht einfach nur Chaos ist.

    Am Anfang war ich immer sehr verletzt, aber mittlerweile sehe ich das lockerer.
    Aber natürlich gibt es gerade für einen Kleingarten auch immer diese wahnsinnig vielen Auflagen. Ist das bei euch nicht so?

    • Liebe Constanze,
      doch, wir haben auch diese Auflagen: soundsoviel Prozent Gemüse, Rasenfläche, Blumen … Mittags- & Wochenend-Ruhezeiten … Diesbezüglich gibt es eigentlich keine Klagen.
      Ausser wir lassen die Hecke an der Frontseite über 1,20 Meter wachsen, da gab es dann einen netten Hinweis von unserem sehr umgänglichen, freundlichen Vorstand, dass wir das ändern müssen. Gesagt – getan.

      Mach weiterhin was Dein Herz Dir sagt! Lass Dich nicht verletzen!

      Herzlichen Dank, für Deinen schönen Kommentar,
      allerliebste Grüße, Claudia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.