Ruhe in Frieden, Brady

Der Post, den ich niemals schreiben wollte

Meine Welt ist, seit Brad nicht mehr an meiner Seite weilt, nicht mehr dieselbe. Kein Hundegesicht, in das ich blicken kann, wenn ich traurig oder einsam bin. Ein Blick in seine lieben Kulleraugen, ein Streicheln über sein samtweiches Spanielfell und es war Licht um mich.

Er hat unser Leben so viele Jahre auf’s Wundervollste begleitet; auch meine schwere Zeit der Krebserkrankung für mich zu einer guten Zeit gemacht, weil ich die vielen Stunden nach den Chemos (als Klaus arbeiten musste) mit ihm kuschelnd auf der Couch verbrachte. Nun erlag er selbst einer Krebserkrankung, von der wir bis dahin (gottseidank) nicht‘s wussten.

Brad war wie ich

Heute sitze ich alleine beim Abendessen in meiner Küche und sehe auf den leeren Fleck am Boden, auf dem sein Bettchen immer stand, wenn ich ihn zu mir in die Küche holte, um mir Gesellschaft zu leisten. Er war immer bei mir. 12 Jahre lang. Ich vermisse ihn unendlich und kann das Loch nicht füllen, das er in meinem Leben und meinem Herzen hinterlassen hat. Ich schaffe es erst jetzt ein paar Worte für ihn in diesen Blog zu schreiben, den er von der ersten Stunde an, durch seine Anwesenheit, zu einem Besonderen machte. Gefühlte hunderte Male habe ich ihn fotografiert und Euch hier gezeigt. Sein glückliches Lachen über´s ganze Hundegesicht, seine Freiheitsliebe, seine liebevolle, leise und achtsame Art allen Lebewesen gegenüber, sein Bedürfnis geliebt zu werden und ganz viel Liebe zu geben … Brad war wie ich. Und über die Jahre wurden wir zu einem Team, das sich ohne Sprache spielend verstand. Mit einem Blick wusste jeder von uns, was der andere gerade brauchte. Wundervolle Jahre meines Lebens.

Heute ist ein guter Tag zu sterben

Vor 4 Wochen, an einem sonnigen Sonntag, musste mein Schatz für immer von uns gehen. Für ihn war es ein guter Tag, da bin ich mir sicher. Er ahnte nicht, dass es sein Letzter sein würde. Bis zum letztem Atemzug wurde er geliebt und begleitet. Ich wünschte mir für jeden Menschen so ein Glück. Letztendlich ging es ganz leicht, für ihn und für uns, denn wir wurden garnicht mehr vor eine schwere Entscheidung gestellt … wir mussten einfach nur handeln, um ihm den schönsten Abschied zu schenken, den er von uns bekommen konnte. Mit Blick auf den Englischen Garten, auf einer sonnenbeschienenen Wiese, geküsst, gestreichelt, umarmt und unendlich geliebt, schlief unser Schatz ganz friedlich ein.

Ein Engel holte ihn bei uns ab

Kurz davor, als wir Drei alleine waren um noch ein wenig Zeit zusammen zu verbringen, hüpfte ein Eichhörnchen auf einen großen Baum neben uns. Brad war sofort hellwach und sah mit uns dem süßen Tierchen zu, als es über die langen Äste direkt über unsere Köpfe kletterte. Dort saß es und blickte ruhig und gelassen auf uns nieder.

Als Brad die Augen für immer schloß, waren mein Mann und ich uns sicher, dass ein kleiner Engel auf ihn gewartet und ihn abgeholt hatte …

Danke, dass ich Deine Mama sein durfte

Unser Brady hatte ein langes, wunderschönes Hundeleben! Und ich bin, trotz des unendlich gefühlten Verlusts, erfüllt von purer Dankbarkeit und Liebe, dass ich für den liebenswerten kleinen Kerl so lange dasein durfte. Von der ersten Begegnung auf Mallorca im Tierheim bis zu seinem letzten Atemzug. Ich bin dankbar, dass ich seine Mama sein durfte, ihn beschützen, begleiten und lieben durfte – so wie er mich!

Erfüllt von großer Dankbarkeit für die Achtsamkeit der Tierärzte

Danke, der Tierklinik an der Universität in München und der Tierärztin, die sich uns am Sonntag vormittag so liebevoll annahm und anbot, unseren Schatz im Freien zu erlösen, wo er immer am glücklichsten war. Was ich sehr schön fand und worüber ich wirklich sehr dankbar bin, ist das umsichtige Handeln der jungen Ärztin; noch im Behandlungszimmer, als wir die traurige Wahrheit von ihr erfuhren und unseren Entschluss treffen mussten, legte sie den Zugang für die spätere Spritze.

So konnten wir mit unserem Schatz aus der Klinik rausgehen, als würden wir heimfahren und nur noch eine kleine Verschnaufpause im Grünen einlegen. Nach gefühlt viel zu kurzer Zeit, in der nur uns klar war, dass es ein Abschied für immer würde, kam sie zu uns und gab ihm die Narkose vor der eigentlichen Einschläferungs-Spritze, ohne dass er noch einen Schmerz durch den Einstich erlebt hätte.

Ich empfand es hinterher, als freute er sich einfach schon mit uns wieder heimfahren zu dürfen und als er dann durch das Narkosemittel furchtbar müde wurde und die Augen schloß, dachte er bei sich nur, meine Mama ist bei mir … endlich ruhig einschlafen.

Träum schön, mein Baby – irgendwann sehen wir uns wieder. Du gehst einfach nur schon mal voraus. Halt mir den Platz neben Dir frei.

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