Zurück aus Ägypten und mir, wieder in München, eine dicke Erkältung eingefangen und – weil ich die Zeit hatte – Gedanken zum Thema Lebenszeit gemacht

Ihr habt vielleicht gemerkt, dass ich jetzt eine Zeit lang von der Bildfläche verschwunden war; diesen Umstand hatte ich zwei Gründen zu verdanken: Einem wunderschönen Ägypten-Urlaub (der erste Urlaub außerhalb Münchens seit Juni 2013 – ich musste selbst erst in meinem Blog nachlesen, um mich daran zu erinnern, wann unser letzter Südtirolurlaub war, so lange ist das schon her). Unfassbar! … und einem weniger schönen Grund: Einer ziemlich starken Erkältung. Und ich gebe zu, dass es für mich kaum etwas Schlimmeres gibt, als die Tage & Nächte mit Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen und einer verstopften Nase zu verbringen. Da mutiere ich – diejenige die eine Chemo hinter sich gebracht hat – zum echten Jammerlappen. Dann würde ich mich am Liebsten für die schlimmste Phase in Luft auflösen und erst, wenn alles vorbei ist, wieder materialisieren!  ;-)

Natürlich hat sich jetzt einiges an Fotos und Themen angestaut, welche ich Euch in der nächsten Zeit gerne hier präsentieren möchte.
Als Erstes möchte ich Euch mit Impressionen aus meiner herbstlichen Küche inklusive neu tapezierter Wand zum Esstisch erfreuen. Diese Tapete von PIP Studio wollte ich schon immer; sie ist schon seit Jahren in mehreren Pastellfarben erhältlich und nicht gerade ein Geheimtipp. Aber darauf kommt’s mir ja nicht an. Ich möchte jetzt einfach alles in meinem Leben tun, was ich schon immer tun wollte, doch aus allen möglichen guten und weniger guten Gründen bisher nicht umgesetzt habe.

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Schild Copyright Marina Kagel-Mai/Un-Art-Tick

Ich fühle mich zur Zeit auf der Suche nach dem, was mein Leben mit Freude und Inhalt erfüllt. Nach der kürzlichen Vollendung meines 45. Lebensjahres und der vergangenen anderthalb Jahre mit all ihren Höhen und Tiefen, habe ich das Gefühl nicht mehr unendlich Zeit dafür zu haben.

Nicht, dass ich vor irgendetwas Angst hätte; es ist einfach nur nicht mehr dasselbe Empfinden wie mit 20 oder 30, als ich dachte, ruhig etwas Zeit vertrödeln zu können, weil ich noch soviel mehr davon vor mir habe. Ausserdem ist das Thema Zeit auch ein großes Thema in unserem gesamten Freundeskreis. Jeder, den ich in diesem Alter kenne, hat die selbe Wahrnehmung; nämlich die, dass umso älter man wird, einem die Zeit schneller davonzulaufen scheint.

Ich denke, es liegt zum Teil daran, dass wir – umso älter wir werden und die Zeit uns kostbarer erscheint – uns all zu gerne auf Altbewährtes festlegen. Wir denken zum Beispiel, es gäbe nichts Besseres – wenn wir nun schon mal zwei Wochen Urlaub vor uns haben und wir diesen zu unserer Erholung oder Bespaßung richtig ausnutzen wollen – als an einen uns bereits altbekannten Ort zu fahren. Wir sind uns einfach sicher, dass uns unser Anliegen dort mit Sicherheit gelingen wird, da wir das aus Erfahrung dort nun schon wissen. Das Hotel, die Lage, das Essen, der Service ist gut, also warum das Risiko eingehen an einen anderen Ort zu fahren, der uns vielleicht enttäuschen wird? Die Angst für diese uns so wichtigen zwei Wochen enttäuscht zu werden, überwiegt die Zuversicht, dass dort alles wunderbar neu und aufregend sein könnte. Und so machen wir immer wieder den selben Urlaub, weil es dort mit Sicherheit und aus Erfahrung schön sein wird.

Doch wer hat diese Erfahrung noch nicht gemacht, dass fünf Urlaube am gleichen Ort sich anfühlen wie ein einziger? Deshalb können wir unsere Lebenszeit auch nicht anhand der Arbeit messen. Nach 20 Jahren im selben Job können wir die einzelnen Jahre nur noch an den privaten Highlights festmachen – die Arbeitszeit hingegen ist wie ein einziger langer Kaugummi an verbrauchter Zeit. Hätten wir nicht Erlebnisse mit der Familie und unseren Freunde gehabt, an die wir uns in Freude zurück erinnern können, könnten wir nicht definieren, wieviele Jahre bereits vergangen sind.

Vielleicht liegt daran auch das Geheimnis, dass wir als Kind und Jugendliche immer Aufregendes erleben – wir lassen uns zu dieser Zeit noch gerne auf das Wagnis eines neuen, wie auch immer gearteten Erlebnisses ein, aber umso älter wir werden, desto mehr geht uns diese unbekümmerte Lust auf Leben verloren. Wir gehen ab einem bestimmten Alter lieber auf Nummer sicher – das kostet uns somit das kindliche Neuentdecken und gibt uns damit das Gefühl der an uns vorbei rasenden Zeit.

Mein Mann und ich entschieden uns diesmal für etwas ganz Neues, Unbekanntes und haben es wirklich genossen! Die Tage waren gefühlte lange Tage – gefüllt mit unendlich vielen wunderbaren Eindrücken und Erlebnissen … dabei wollte ich eigentlich, aus verschiedenen (Sicherheits-)Gründen, niemals nach Ägypten fahren. Doch unsere wichtigsten Kriterien diesmal waren Sonne und Wärme abzubekommen (und das auch noch im Oktober), abends noch draussen essen und morgens im Freien frühstücken zu können. Wo wir uns entspannen und gleichzeitig kulturell begeistert werden und nicht zu vergessen, dafür nur ca. 4 Stunden Flug in Kauf nehmen müssen. Das alles bot uns Ägypten (Fotos davon zeige ich Euch im nächsten Blogpost in ein paar Tagen).

Und um auf die Erkältung in der Headline zurückzukommen: Wir bestiegen das Flugzeug in Ägypten bei 34 und verließen es Nachts in München bei 4 Grad! Irgendwie wurde mein Immunsystem da leicht sauer ;-) … und so kam es wie es kommen musste, eine dicke Erkältung hat mich ein paar Tage später überrollt!

Schaut in ein paar Tagen wieder rein, ich freue mich auf Euch – und wünsche Euch bis dahin eine sich gut anfühlende Lebenszeit!

PS: Das Schild (vom Aufmacherbild) und weitere wundervolle Motive gibt es bei DaWanda im wunderbaren Shop von Marina Kagel-Mai bei UnArtTick zu kaufen. Ich bin selbst dort immer wieder begeisterte Kundin!

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Ausserdem noch einen dicken Kuss & Umarmung an meine liebste Birgit, die mir diesen zauberhaften Blumenstrauß als Aufmunterung während der Erkältung per Fleurop schicken ließ und mir damit eine rießige Freude und Überraschung bereitete. Danke, Spatzl!!!

  1. Dein Klaus

    Man macht sich als Kind nicht soviele Gedanken darüber, dass man etwas verlieren könnte; man hat sich ja noch nicht viel erarbeitet oder erkämpft!
    Als Erwachsener dagegen steigen mit den Rechten und Möglichkeiten auch die Pflichten; und leider auch die teils selbst auferlegten Verpflichtungen. Und schon passe ich mehr auf meine Entscheidungen auf, um mein Lebens-Puzzel, das ich Stück für Stück zusammen gebaut hab, nicht wieder zerfallen zu lassen. Sicherheit schwingt dabei immer mehr mit.
    Ab einem gewissen Zeitpunkt merkt man aber den Unterschied zwischen der selbst auferlegten Bequemlichkeit und dem Fehlen der Freiheit Neues zuzulassen. Dann möchte man gern wieder ähnlich unbelastet wie als Kind durchs Leben streifen; aber was muss ich alles dafür loslassen? Wahrscheinlich so gut wie alles, denn das Eine ist mit dem Anderen verknüpft!
    Ich habe und hatte Freunde die alle möglichen Facetten leb(t)en, und manche träumen z.B. vom Aussteigen nach Neuseeland oder anderen total gegenpoligen Erlebnissen zum Hier und Jetzt! Manche sind so frei und spielen Marco Polo im wirklichen Leben, ihre Intelligenz oder ihre Unbekümmertheit liegt allerdings über der des Durchschnitts.
    Mein Ziel ist ab sofort beides zu mischen.

    P.S. Echte Freiheit ist nicht nur zu tun was einem gerade einfällt!
    Echte Freiheit ist, dass man immer das Nötige tun kann, wenn die Zeit dafür gekommen ist!

  2. Wunderschöne Bilder, du hast aber auch ein Auge <3 und sehr schön geschrieben – von euch Beiden!
    Liebe Grüße und gute Besserung

    • Vielen lieben Dank, Karin! Es freut mich, dass Du weiterhin in meinen Blog schaust …
      Liebste Grüße auch an Dich!!!

      Denk dran, wenn Du mal in München Kaffee trinken gehen willst, dann melde Dich!
      Es wäre wirklich schön, Dich wieder zu sehen!

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