Wiedergefundenes Sprachmemo aus meiner Zeit nach der Chemo

Vorwort: Dies ist ein Nachtrag zu Brustkrebs und vor allem für die Betroffenen und deren Angehörige gedacht! Wer sich mit diesem Thema nicht wohl fühlt bzw. nicht auseinandersetzen möchte, soll es bitte auch nicht tun! In Kürze kommt wieder ein schöner neuer Post aus meinem heutigen, gesunden Leben – ich freue mich, wenn Ihr diesen wieder lesen mögt!

Gedanken zu Brustkrebs & Haarverlust

An einem Tag im Oktober 2014 – nach überstandener Chemo und OP – stand ich (fast noch kahl auf dem Kopf, ohne Augenbrauen und Wimpern) vor dem Spiegel und schminkte mich, als mir die Idee kam, einfach mein iPhone neben mich zu legen und währenddessen meine Gedanken auszusprechen, um sie für Euch in diesen Blog zu stellen. Heute, eineinhalb Jahre später, habe ich mich entschlossen dies nachzuholen.

Vielleicht hilft es Euch, indem Ihr hört, dass Ihr mit Euren Ängsten nicht alleine seid und von einer Frau, die Gleiches erlebt hat, ein paar aufmunternde Worte gebrauchen könnt … oder Ihr seid Angehörige und wollt Eure Frau, Freundin, Mama oder Tochter besser verstehen und spielt deshalb dieses Sprachmemo ab.

Vor ein paar Tagen hörte mein Mann diese Worte auch zum ersten Mal und war tief betroffen, dass ich ihm damals manches nicht erzählt habe. Er sagte mir im Anschluss, er habe mich immer – zu jedem Zeitpunkt – sehr hübsch gefunden und es macht ihn traurig zu wissen, dass ich diese Sorgen damals mit mir selbst ausgemacht habe. Und so entschieden wir Beide, es wäre gut, dieses Zeitdokument auch heute noch auf meinem Blog zu veröffentlichen.

Wenn Ihr diese Tonaufnahme anhört, denkt immer daran, ich bin heute wieder gesund und sehr glücklich!

Ich habe diese Sprachmemo zusätzlich auch auf die feste Brustkrebsseite gestellt.

Birgit-und-ich_Weihnachten-2014
Meine Freundin Birgit und ich – Weihnachten 2014. Sie war immer da, wenn ich sie brauchte und lies mir meine Ruhe, wenn ich es nötig hatte. Danke, Spatzl!

*„Genieße jeden Augenblick Deines Wegs“ heißt natürlich nicht, genieße Deine Chemo … soll heißen: Freu Dich in jedem Augenblick Deines Wegs, dass Du am Leben bist und dass Du fühlst und atmest! Mach Dir dies bewusst, damit Du die schönen, liebevollen Momente – die Dir auch in dieser Zeit begegnen – wahrnehmen kannst. Lächle – auch wenn Dir nicht danach zu Mute ist – und aktiviere damit Deine Selbstheilungskräfte!

Herzchen Claudia

4 Kommentare zu “Wiedergefundenes Sprachmemo aus meiner Zeit nach der Chemo

  1. Gerda Spyra

    Meine liebe Claudia…
    als ich Deine Worte gehört habe musste ich eine Zeitlang inne halten.
    Da ich nicht selbst von dieser Krankheit betroffen bin, weiß ich garnicht ob ich es wirklich nachempfinden kann wie es Dir ergangen ist. Aber für eine Frau ist es einfach sehr schmerzlich die Haare zu verlieren. Wie Du gesagt hast…dieser Blick in die Scheibe…man fühlt sich so hübsch, und was ist dann…? Eine Freundin geht jetzt auch diesen Weg. Hat sich ihre Haare abschneiden lassen. Meine Erfahrung mit betroffenen Freundinnen ist diese, offen mit Ihnen zu reden. Wenn sie es denn möchten. Und immer da zu sein wenn man gebraucht wird, weiter zusammen zu weinen und zu lachen. Zu hoffen…damit die Seele „Nahrung“ bekommt!!!

    Liebe Claudia, es ist schön das Du uns so an Deinem Leben Anteil nehmen lässt.
    Danke dafür ♥

    Alles Liebe für Dich,
    Deine Gerda

    • Liebe Gerda,
      von ganzem Herzen vielen Dank für diese schönen Zeilen.
      Ich bin mir selbst nicht immer ganz so sicher, ob das gut ankommt, was ich zu diesem Thema hier von mir gebe. Aber hinter allem, was ich hier im Blog veröffentliche, steckt der große Wunsch und die Hoffnung anderen Betroffenen ein „Licht am Horizont“ mit auf den Weg zu geben und nicht zu Letzt wohl auch mir selbst. Und deshalb ist es mir auch so ein Bedürfnis immer wieder etwas dazu zu schreiben.
      Ich wünsche Dir und Deiner Familie ein frohes Ostern und Deiner Freundin viel Stärke und Mut diese Zeit zu überstehen. Wenn man Menschen an seiner Seite weiß, die einen lieben und auffangen, kann man auch die schweren Tage überstehen!
      Du bist bestimmt eine ganz wunderbare Freundin!
      ❤️ Claudia

  2. Liebste Claudia,
    deine Memo hat mich gerade sehr bewegt. Wir kennen uns jetzt schon ziemlich lang, und ich habe eine Zeitlang selber intensiv darüber nachgedacht, wie es wäre, direkt von einer Krebserkrankung betroffen zu sein. Die Haare zu verlieren, das ist für jede Frau zweifllos eine schmerzliche Sache. Ich kann gut nachempfinden, was zu dieser Zeit in dir vorgegangen ist. Und auch wenn wir uns damals nicht so oft gesehen haben, so hast du mir doch bei jedem unserer Treffen gut gefallen.
    Deine Haare waren tatsächlich toll (und unglaublich lang!), aber auch ohne sie warst du die wunderbare, liebe, in sich ruhende Claudia mit einem Sinn für alles Schöne, einer gesunden Portion Optimismus, gepaart mit Sinn für schwarzen Humor. Dafür lieb ich dich! Du gefällst mir übrigens JETZT besser als je zuvor.
    Selbst wenn man manchmal im Leben „Haare lassen“ muss, so ist es einfach bewundernswert, ehrlich zu sich selbst zu sein, erhobenen Hauptes weiterzumachen und die Freude an den schönen Dingen des Lebens nie zu verlieren. Dafür bewunder‘ ich dich…! Sicher machst du vielen Mädels Mut mit deinem Blog und deiner Offenheit.
    Ich drück‘ dich.
    Deine Birgit

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