ArtMuc 2016 auf der Münchner Praterinsel war definitiv einen Besuch wert!

Nachdem wir dieses Jahr die Stroke ArtFair zum ersten Mal nicht besuchten, freuten wir uns umso mehr, auf die im selben Ambiente stattfindende, ARTMUC. Der Unterschied der beiden Kunstevents liegt vor allem darin, dass sich hier die Künstler selbst ausstellen und nicht über Galerien repräsentiert werden (wie bei der Stroke). Wie jedes Jahr zeige ich Euch hier nun meine persönlichen Favoriten – mein Beitragstitel zeigt ein Kunstwerk von Gerd Paulicke.

Eines der Kunstwerke, die uns am meisten beeindruckten, war diese Glas/Stein-Verbindung der Künstlerin Ursula-Maren Fitz, welche die faszinierende Kombination dieser Materialien in solch einer Perfektion ausarbeitete, dass sie glatt als natürlich entstanden durchgehen könnte. Die Übergänge zwischen dem, in jedem Betrachtungswinkel verschieden leuchtenden Glas und dem Stein, sind nicht zu spüren, wenn man mit dem Finger darüber streicht.

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Sofort gefesselt hatten mich auch die Selbstportraits der Künstlerin Katja Hammerle. Fasziniert von deren Anblick stand ich längere Zeit vor den Fotografien mit den selbstzerstörerischen oder -erforschenden Tendenzen. Bei dem Bild, auf dem sie einen Granatapfel vor ihrer Brust zerdrückt, kamen natürlich ganz andere Assoziationen in mir hoch. Ob ihr ähnliche Gedanken bei der Entwicklung dieses Motivs durch den Kopf gingen, wie einer Frau, die schon einen Tumor aus der Brust entfernt bekam, wie ich … ich weiß es nicht.

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Sehr besonders fand ich die Butoh-Tänzer aus Naturmaterialien wie Hanf und Gips, von Annette Braune. Butoh, der japanische Tanz der Finsternis, welcher die Befindlichkeiten des menschlichen Seelenlebens besonders gut zum Ausdruck bringt, wird durch die Verletzlichkeit des Materials in seiner Zerrissenheit noch verstärkt und unterstrichen.

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Eine weitere tolle Künstlerin, bei der uns das Material Wachs, das Werk an sich und auch die Intention dahinter sehr gefiel, ist AINO. Sie zeigt in diesem Bild die Menschen, geschützt unter einer Decke von vermeintlicher Sicherheit & Ordnung und doch weiß keiner von uns, an welcher Stelle er sich gerade befindet und wer als nächster, durch verschiedene Umstände, einfach weggerissen wird aus seiner Komfortzone. Passieren kann es immer und an jeder Ecke …

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Auch in den Reigen meiner Favoriten gehört eine Papier-Künstlerin, die meiner Schwester gefallen dürfte und deren Bücher ich unheimlich schön und ausgeklügelt fand; die Buchseiten werden wirklich nur gefaltet, nicht geschnitten! Ich möchte nicht wissen, wie lange man braucht, um sich diese Technik auszudenken & anzueignen – wahrscheinlich eine besondere Art der Meditation für die unheimlich sympathische Tanja Xeller. ;-)

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Der Fotokünstler Jiro Shimizu war ausserdem ein absoluter Hingucker für mich! Wenn Ihr noch mehr tolle Fotos von ihm sehen wollt, schaut doch einfach auf seine Webseite, da wird uns seine surreale Bilderwelt in schönster Weise präsentiert!

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Und nach dieser wunderbaren Ladung an Kunst & Inspiration, schließe ich demnächst mit dem Besuch der Domagk Ateliertage vom 10. bis 12. Juni in München daran an! Mal sehen, was es von dort Schönes für meinen Blog zu berichten gibt – seid gespannt und schaut wieder rein!

Hier die Beiträge zum nochmaligen Nachlesen zur Stroke 2015 und ArtMuc 2015. Weitere Reportagen auf meinem Blog findet Ihr ganz oben unter dem Menüpunkt „Kunst“! Viel Freude beim Lesen & Anschauen!

Sternchen Claudia

2 Kommentare zu “ArtMuc 2016 auf der Münchner Praterinsel war definitiv einen Besuch wert!

  1. Wie schon einmal erwähnt, mag ich Deine Kunst-Posts der Münchener Ausstellungen besonders gerne! Das ist immer so ein schöner Überblick, wenn man selbst wieder mal versäumt hat hinzugehen.

    Du täuscht Dich aber bezüglich der „Buchkunst“ – zwar finde ich es handwerklich faszinierend die Seiten so falten zu können, aber Bücher sind für mich ein Heiligtum: zum Lesen und Denken gemacht. Deshalb mag ich diese Art von Kunst gar nicht so sehr, weil man die Bücher nicht mehr lesen kann.

    Am meisten sprechen mich die abgebildeten Werke von Gerd Paulicke und Aino an – die sind so ähnlich wie Bücher: sie regen zum Nachdenken an.

    Danke für die wieder sehr gelungene Zusammenfassung!

    • Vielen lieben Dank, Schwesterherz, das freut mich sehr!
      Es soll aber natürlich durchaus dazu anregen, das nächste Mal selbst hinzugehen!

      PS zur Buchkunst: Man kann die Bücher trotzdem noch lesen; sie sind nur gefaltet. Vom Inhalt fehlt also nichts!

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